Aktuelle Trends in der Therapieentwicklung

Sportschuhe:

Die alte Philosophie der Sportschuhindustrie ist mittlerweile überholt. Statt des Schonungsgedanken wie „Dämpfen, Stützen und Führen“ wird vermehrt eine natürliche Belastung angestrebt: individuelle Bewegungsmuster stehen im Mittelpunkt. Die natürlich auftretenden Kräfte sollten wiemöglichst angestrebt werden. Analog zu den Entwicklungen in der Rehabilitation wird erst mal geschaut, wofür der Körper geschaffen ist. Anthropologen gehen von einer Laufstrecke von bis zu 40km pro Tag aus.

Runner

Zu bedenken ist, dass diese Laufstrecke barfuss zurückgelegt worden ist. Der Sportschuh sollte die Differenz zwischen Naturboden und zivilisiertem Boden ausgleichen. Hierbei spielt die Passform des Schuhs eine bedeutende Rolle. Man sieht eine immer stärkere Expansion der Passformen, bis hin zu individuell angefertigten Sportschuhen. Die Dämpfung der Schuhe spielt momentan eine untergeordnete Rolle. Die Belastung von Knorpel, Bändern, Knochen und Sehnen werden kaum von den Dämpfungseigenschaften des Schuhs beeinflusst. Zu viel und zu wenig Dämpfung ist nicht gewünscht.

Andere Faktoren, wie Muskelspannung spielen eine bedeutende Rolle. Neu diskutiert wird die Vibrationsbelastung. Eine These ist, dass diese Vibration durch den Sportler als unangenehm empfunden wird, was zu einer muskulären Mehrspannung Technik führt.

Vergrößerte Hebelwirkung bei Schuhen mit einer zu breiten Sohle: Folge eine Überbelastung der medialen Strukturen, sowie Pronantion relativierte Pathologie wie Shinsplint, Fasciitis plantaris, Chondropathiea, Tractus iliotibialis Friktionssyndrom.

Neuerdings wird die Breite des Sportschuhs als negativer Faktor eingestuft. Bei der Landung entsteht ein größerer Hebel auf die Eversionskraft im Vergleich zum Barfusslaufen. Aus diesem Grund werden spezielle Partien, die sich leichter verformen lassen, an der Außenseite des Schuhs eingebaut.
Hiermit sollte der negativen Hebelwirkung entgegen gewirkt werden. Nike z.B. hat den „Crash-Pad™“ entwickelt. Die gleiche Schuhfirma hat ein Trainingsgerät enwickelt „Nike Free“. Hier findet man keinerlei Stabilisierung mehr. Es wird muskuläre Stabilisierung gefordert, wobei viele Sportler einen
Muskelkater entwickeln. Ob dies ein Lauf- oder ein Trainingsschuh ist bleibt zu klären.

Fazit: Die Philosophie der Sportschuhindustrie und die der aktiven Rehabilitation ähneln sich.

Präoperative Vorbereitung mit postoperativen Folgen

Innerhalb der ACL Rehabilitation ist es mittlerweile üblich, 4-6 Wochen nach Trauma mit der Operation zu warten. Es zeigten sich durch dieses Protokoll weniger Komplikationen. Eine ältere Untersuchung aus den Niederlanden gibt Hinweise, dass die gleiche These auch für andere Operationen gelten kann. Jedenfalls wurde gezeigt, dass die Intensität des präoperativen Schmerzes auf der visuellen analogen Skala mit der Menge an Morphinen für postoperative Analgesie korreliert.

Oberstes Ziel der Physiotherapie bei der präoperativen Behandlung, scheint dann auch die Reduzierung der Schmerzebene zu sein, um dem peri- und postoperativen Verlauf Rückenwind zu geben.

Präoperative Maßnahmen bei arthrogenen Operationen, die sich bislang in der Praxis bewährt haben, aber noch wissenschaftlich abgesichert werden müssen, sind

  • Reduzierung der Aktivitätenebenen
  • Vermeiden von ADL Stressmomenten
  • Reduzierung der Arachnoidonsäure/(Schweinefleisch)
  • Reduzierung von Nikotin und Alkohol
  • Matrix Bildung
  • “Stretching"

Auf Koordination- und Kraftübungen, die die Schmerz- oder Entzündungsebene erhöhen, sollte verzichtet werden.
 

Training der Einatmungsmuskulatur
Ein Training der Einatemmuskulatur zeigte schon mehrfach positive Effekte auf die Leistungsfähigkeit kranker Menschen. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde der Effekt eines Atemtrainings (forcierte Einatmung) auf die Leistungsfähigkeit von 18 älteren mäßig aktiven Menschen (im Durchschnitt 68 Jahre) untersucht.

Nach dem achtwöchigen Training hatte nicht nur die Kraft der Inspirationsmuskeln zugenommen, ebenso gestiegen waren die maximale Sauerstoffaufnahme, die Belastungszeit bei konstanter Leistung in einem Fahrradergometertest sowie die Zeit, in der sich die Probanden im täglichen Leben körperlich belasteten.
Die Studie unterstreicht eindrucksvoll die positiven Auswirkungen eines Trainings der Atemmuskulatur auf die gesamte Leistungsfähigkeit älterer Menschen.

Die richtige Ernährung

Im Alter nimmt die Muskelkraft bei Inaktivität um 10 bis 15 Prozent pro Dekade ab. Durch ein gezieltes Krafttraining lassen sich derartige Kraftverluste verringern. Dabei scheint auch die Ernährung einen entscheidenden Einfluss zu haben. 45 ältere Männer (im Durchschnitt fast 60 Jahre) führten über 21 Wochen zweimal pro Woche ein Krafttraining durch. Die Hälfte von ihnen erhielt zusätzlich gezielte Ernährungshinweise (Kohlenhydratanteil, Ballaststoffe, weniger Fettaufnahme, Verhältnis mehrfach ungesättigte/gesättigten Fettsäuren) Nach Ablauf der Trainingsperiode war zwar die Kraftentwicklung in beiden Gruppen mit 16 bis 20 Prozent sowie auch die Zunahme der Muskelquerschnittsfläche (5,4 bis 5,9 Prozent) im Durchschnitt gleich, aber in der Diätgruppe korrelierte die Proteinaufnahme mit der Testosteronkonzentration unmittelbar nach dem Training sowie der basalen Testosteronkonzentration.
Diese wiederum zeigte einen direkten Einfluss auf die Zunahme der Muskelquerschnittsfläche.

Für diese Beziehung scheint aber eine erniedrigte Fettaufnahme eine entscheidende Rolle zu spielen.

Es ist daher anzunehmen, dass eine gezielte Diät die positiven Auswirkungen eines Krafttrainings im Alter unterstützt.