Beckenbodentherapie

Kein TabuMit zunehmender Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an unfreiwilligem Harnverlust oder Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung zu leiden.

Unfreiwilliger Harnabgang kann viele Ursachen haben, viele davon lassen sich beheben.

Entzündungen, hormonelle Veränderungen bzw. Hormonmangel oder eine vergrößerte Prostata aber auch Medikamente können die Ursache dafür sein, bzw. die Beschwerden verstärken. Ebenso kann es nach einer Schwangerschaft durch eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur zu unfreiwilligem Harnverlust kommen.

Das Harnverlustsyndrom ist aufgrund seiner Häufigkeit und dem hohen Grad an sozialer Invalidität von großer Bedeutung, vor allem für die weibliche Bevölkerung. Es führt zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten: Schutzmassnahmen, Blasenkatheter für Heime (9% aller pensionierten Frauen), Komplikation (Harnwegsinfektion, Nierenbeckenentzündung, Nierenstein etc.) und die tägliche Betreuung bilden dabei den Grossteil der Ausgaben.

Formen der Inkontinenz Die überaktive Blase

Die überaktive Blase ist durch drei wesentliche Symptome gekennzeichnet: Die Betroffenen

    * müssen sehr oft auf die Toilette gehen (über 8mal pro Tag und haüfig auch nachts)
    * leiden an plötzlichem und nicht unterdrückbarem Harndrang
    * verlieren ungewollt Harn (Dranginkontinenz).

Der Besuch eines Konzerts, die Ausübung einer Sportart oder auch eine längere Reise wird durch den Zwang, ständig eine Toilette in der Nähe wissen zu müssen, für viele Menschen unmöglich.

Von der überaktiven Blase sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.

Dranginkontinenz

Der unfreiwillige Harnabgang ist verbunden mit starkem Drang trotz funktionierenden Harnröhrenverschlusses. Als Auslöser gelten:
  •   chronisch-entzündliche Harnwegsinfektionen
  •   erschwerte Blasenentleerung (z.B. vergrößerte Prostata)
  •   altersbedingte und krankhafte Veränderungen im Nervensystem.
Blasenfunktionsstörungen können jedoch auch ohne erkennbare Ursachen auftreten.

Stressinkontinenz

Trotz eine normale funktionierende Blase nennt man den Harnverlust bei defektem Harnröhrenverschluss. Plötzlicher Druck der Bauchmuskulatur auf die Harnblase bei körperlicher Anstrengung, beim Husten, Niesen, oder Lachen führt zum unfreiwilligen Harnabgang. Die Ursache ist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur durch Schwangerschaften, Geburten, Chronische Bronchitis, Verstopfung, Übergewicht oder schwere Arbeit.

Mischinkontinenz

Die Symptome beider Formen können auftreten.

Reflexinkontinenz

Reflexinkontinenz entsteht, wenn Nervenbahnen und Nervenzentren die für die willkürliche Blasenentleerung verantwortlich sind, geschädigt werden. Ohne dass der Betroffene Harndrang verspürt, entleert sich die Harnblase bei Erreichen einer bestimmten Füllung reflektorisch (häufig Restharn).

Kleine Tipps zum Blasentraining
  • Trinken Sie täglich 1 bis 2 Liter.
  • Entleeren Sie die Blase regelmäßig zu festgelegten Zeiten, unabhängig vom Dranggefühl, zum Beispiel zunächst jede Stunde, ohne den Harnstrahl zu unterbrechen.
  • Damit die Blasenkapazität allmählich erweitert wird, vergrössern Sie den Abstand zwischen zwei Blasenentleerung, bis das Dranggefühl nur noch alle zwei bis drei Stunden auftritt.
  • Kontrollieren Sie die Miktionszeiten mit Hilfe eines Miktionstagebuches.

Andere Therapiemöglichkeiten
Für die verschiedenen Formen der Inkontinenz gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.
Die Blasenschwäche mit den Symptomen der hyperaktive Blase lässt sich medikamentös gut behandeln . Außerdem kann ein gezieltes Beckenbodentraining kombiniert mit Elektrotherapie und Biofeedback helfen.

Aufgrund der Häufigkeit wurden an dieser Stelle nur die Behandlungsmöglichkeiten für eine Blaseninkontinenz erwähnt. Allerdings ist es auch möglich mit einer Beckenbodentherapie Obstipation, Stuhlinkontinenz und Unterleibsvorfälle zu verbessern.

Den meisten Menschen, die Probleme mit Inkontinenz haben, kann durch eine richtige Diagnose, eine adäquate Behandlung und eine entsprechende Beratung über geeignete Schutzmittel enorm geholfen werden.

Online Blasentest & Diskussionsforum
Auf der Seite des Blasenzentrums (www.blasenzentrum.ch) können Sie durch den Online-Blasentest prüfen, ob ein Beckenbodentrainig bei Ihnen hilfreich sein könnte.
Viele nützliche Informationen finden Sie im Diskussionsforum der Seite www.netdoktor.de unter der Rubrik "Nieren und Wasserlassen". Ebenso können Sie dort anonym Ihre Frage zum Problem schildern.

Anmeldung Gruppenkurs
Brechen Sie das Schweigen und holen Sie sich ein Stück Lebensqualität zurück!

Sandrine Montagna führt bei entsprechendem Interesse (ab 5 Teilnehmer) einen Gruppenkurs zum Thema "Beckenbodentraining und -therapie" durch, wobei die individuellen Probleme der Teilnehmer in diskretem Rahmen diskutiert und entsprechende Massnahmen ergriffen werden können.

Falls Sie Interesse an einer Teilnahme hätten, schreiben Sie bitte eine Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Sandrine Montagna wird sich in Kürze bei Ihnen per Mail melden. Ihre Anfrage wird mit absoluter Diskretion behandelt.

Weitere Informationen

Bücher:
Beckenboden-Training, m. Audio-CD
von Susanne Kitchenham-Pec, u. a.
cover
Beckenbodentraining für Männer
von Ute Michaelis
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So bleibt der Beckenboden fit.
Inkontinenz wirkungsvoll vorbeugen und behandeln.
von Inga Zeiß

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Erfolgreiche Hilfen gegen Harninkontinenz
von Helle Gotved
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Links

alt www.incontinence-urinaire.ch